El Sabinar
Reiseführer und Co.:
El Sabinar ist ein Wacholderwald. Das Besondere an den hier wachsenden Bäumen sind ihre bizarren Wuchsformen. Ihren eigentümlichen Wuchs verdanken sie einem permanenten Fallwind von der Cumbre.
In der Vergangenheit war auch der Westen El Hierros dicht mit Wacholderwäldern bewachsen. Wachsender Bedarf nach Bauholz und intensive Rodung für Viehwirtschaft reduzierten den Bestand bevor ein Waldbrand Anfang des 20. Jahrhunderts die letzten Bäume vernichtete.
02. 01.
Nach dem Frühstück startete es mit einem ordentlichen Aufstieg von gut 600 Höhenmetern verteilt auf knapp 2 km. Im unteren Bereich gab es wunderschöne Ausblicke auf die Umgebung. Weiter oben wurde es immer nebeliger.
Als wir glücklich oben angekommen waren, gab das Wetter alles und es schüttete wie aus Eimern.
Schwuppsdiwupps waren die mühevoll gefönten Wanderstiefel wieder voll durch, genauso wie die Wanderhose und die ebenfalls gestern getrocknete Jacke…
Es wurde zusätzlich immer nebliger. Jeder flitzte irgendwo und irgendwie. Zack, Gruppe weg. Schade, kleine Schlusslichtlein… Wenigstens konnte ich mich an der Wegkreuzung an eine windgeschützte Stelle begeben.
Da konnte ich warten bis 1. mein Lieber aufschloss und 2. bei dem Wetter in der Gruppe auffällt, dass wir noch fehlen.
Das nervigste daran waren die vollkommen kletschnassen Schuhe und meine Aussicht: entweder war die Brille beschlagen, weil ich versucht habe die ganzen Regentropfen wegzupusten – ein trockenes Fleckchen Klamotten gabs nicht und Taschentücher hatte ich keine mehr – oder ich war wie ein kleiner Maulwurf, der zwar klare aber keine Weitsicht hat…
Auch wenn ich keine Sorgen hatte, war es doch ein ziemlich merkwürdiges Gefühl da irgendwo im Nebel im Nichts zu stehen…
In einer nahegelegenen Kirche in der wir im wahrsten Sinne des Wortes Unterschlupf gesucht hatten, konnten wir dann wählen, ob wir noch weiter gehen oder mit dem Taxi zum Hotel gebracht werden wollen.
Die Versuchung war schon groß, sich einfach ins Taxi zu setzen um aus dem Regen, der Kälte – ab und zu pfiff der Wind ganz ordentlich – und den nassen Klamotten raus zu kommen.
Ich habe mich dann aber doch dazu entschieden, weiter zu wandern, der Hamsta und natürlich mein Lieber wollten auch noch weiter.
Es war gut, dass wir das gemacht haben! Wir haben noch so viele schöne Dinge gesehen!
Als wir tatsächlich durch Wind und raaaasende Geschwindigkeit ;o) fast wieder so etwas wie trocken waren, fing es noch mal an zu schütten – zum Glück nicht so lange.
Im „Wald“ standen ganz viele schön schief gewachsene sehr alte Wacholderbäume – über 100 Jahre. Wirklich traumhaft! Da hatten wir dann das erste Mal auch wieder richtig Sonne und blauen Himmel!
Wieder im Hotel angekommen, wurde von unserer lieben Reiseleiterin J. eine „Trockner-Sammlung“ veranstaltet. Alle nassen Klamotten wurden eingesammelt und im schon bekannten Waschsalon in der Riesentrommel getrocknet. Dummerweise war es diesmal um einiges voller als gestern…
Schuhe fönen, umziehen und auf zum Abendessen.
Zum Abschluss des Abends gönnen wir uns noch eine Mandarine.



