Gedankenreich

Kinlochleven – Fort William (23 km)

28. Juli:

Die Nacht war erholsam und aufstehen wollte ich nicht wirklich. Naja, um 7:00 Uhr muss das auch eigentlich im Urlaub nicht sein. Aber da wir ja heute unsere längste Strecke vor uns hatten, mussten wir das wohl. Sowohl aufstehen als auch so früh. Das Frühstück war wieder super reichlich und unsere Lunchpakete riesig. Am Frühstückstisch, naja man müsste eigentlich sagen an den Frühstückstafeln (2 lange Tische mit je 10 Plätzen), trafen wir dann einige Wanderer aus den vorherigen Unterkünften wieder. Da im Grunde seit Tyndrum die Auswahl an Unterkünften nicht besonders groß ist, läuft man sich da dann irgendwie doch ab und zu mal wieder über den Weg.

Auch auf der Strecke heute haben wir immer wieder bekannte Gesichter gesehen. Das hat sowohl beim Frühstück als auch unterwegs für einiges Gegrinse gesorgt.

Ein wenig Bedenken hatten wir, dass wir noch rechtzeitig ankommen. Das Gepäck von unserem Bring-Service konnte nur bis 19:00 Uhr abgeholt werden.

Außer an der ersten wirklich üblen Steigung – so ähnlich wie gestern bei den Devil’s staircases – sind wir wirklich sehr zügig voran gekommen. Die hatte es schon in sich. Aber hinterher hatten wir fast die ganze Zeit – nur passend zu unserer Rast bei ungefähr 10 km – Fieselregen. Davon abgesehen gab es auf der Strecke auch nicht wirklich was zu sehen. Die meisten der typischen tausend kleiner Wasserfälle und Bachläufe hat man meist nur gehört anstatt sie zu sehen. Ansonsten war rundherum nur Wald, gerodeter Wald oder Wiese. Also nicht wirklich spannend. Die Wegstrecke bestand meistens darin, über kleinere oder größere Steine Berg rauf und runter zu krackseln oder über kleinere oder größere Rinnsäle, Pfützen oder Bachläufe zu kommen.

Die absolute Krönung unseres Weges waren die letzten 3 km direkt an der Hauptstraße entlang. Das fanden wir alle ziemlich ätzend. Sonst ging es immer wunderbar durch die Natur und als Abschluss so was??

In Fort William gibt es mittlerweile zwei Endpunkte des West Highland Ways. Beim alten haben wir ein Foto gemacht. Zum neuen wollten wir eigentlich gar nicht hin. Allerdings lag unsere Unterkunft in der Richtung, so dass wir sowieso dran vorbei gekommen sind. Moderner halt aber nicht wirklich schön. Ich denke, die haben den Punkt hauptsächlich deswegen verlegt, damit sie die ganzen Touristen in die Innenstadt bekommen…

Nun gut, es gibt wirklich ein paar Lädchen, die mich interessieren und in die ich Morgen mit Sicherheit noch gehen werde.

Eigentlich hatten wir alle gar keine Lust noch so weit zu laufen, weil die Füße heute wirklich ziemlich platt sind. Aber der Weg hat sich echt gelohnt. Unsere Unterkunft ist ein altes ziemlich herrschaftliches viktorianisches Haus mit stilechter wunderschöner Inneneinrichtung. Ich könnte auch gut den ganzen Tag damit verbringen hier Detailfotos zu machen. Wunderschöne alte Schränke, Kommoden und Lampen sind in den Zimmern. Von den wunderschönen Tapeten und Teppichen ganz zu schweigen… Jetzt machen wir uns fit und gucken mal, was wir dann noch so tun…

   

Was ich hier besonders cool finde: Altes ist mit Neuem vermischt. Zum Beispiel im Badezimmer. Die Duschabtrennung (ungefähr 1/4 Kreis) ist aus Glas, ganz gerade und modern. Der Duschkopf und die Armaturen sind alt und aus Messing. Als Deckenbeleuchtung über der Dusche sind blaue LED eingelassen. Man hat fast das Gefühl als ständ man in einer dieser super modernen Lichtduschen. Ich finde das faszinierend.

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